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Katjas Premiere beim Sommernachtskonzert

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Als Mutter von Kindern, die im Musikverein 1905 Ober-Wöllstadt e.V. ein Blasinstrument erlernt haben, wurde ich vor langer Zeit pflichtgemäß Mitglied ohne Mitwirkung. Ich selbst singe im Kirchenchor und spiele Klavier so für mich und manchmal die Orgel in unserer Kirche. Aber in einem Orchester habe ich bisher noch nicht mitgewirkt. Bei den Konzerten des Stammorchesters war ich fast immer dabei und habe das Musizieren in der Gemeinschaft bewundert und auch ein wenig beneidet. Nun habe ich doch die Möglichkeit, bei einem Konzert im großen Tutti der Bläser und Schlagzeuger mitzuwirken, meine Premiere im Musikverein. Es wurde Ersatz gesucht für den erkrankten Keyboarder und ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Zwar ist man als Klavierspieler darin geübt, auf fremden Instrumenten zu spielen, aber eine neue Herausforderung ist es dennoch jedes mal. Bei zwei großen Proben übte ich mit und kam immer wieder an meine Grenzen. Die Spannung zum Konzert hin stieg und stieg. Werde ich das schaffen? Sind die Musikerkollegen mit meinem Spiel zufrieden? Wie viele falsche Töne von mir kann so ein gemeinsames Spiel ertragen? Bin ich zu laut oder zu leise? Achtet der Dirigent auf mich?

Dann ist es soweit: Am Samstagnachmittag treffen wir uns auf dem Schulhof. Der Wind bläst heftig, die Noten müssen fixiert werden. Hält das Wetter? Alle sind angespannt, die Anspielprobe läuft so lala, der Dirigent übt sich in Motivationsarbeit. Wie wird es werden? Kommen einige Zuhörer, oder müssen wir vor leeren Stühlen spielen? Die Stückauswahl ist schön, mir gefällt das meiste davon. Die Spannung steigt, die ersten Gäste werden begrüßt. Man redet über dies und das, eine letzte Stärkung, die Reihen füllen sich. Die Zuhörerschar ist jetzt so groß, dass noch Stühle nachgeholt werden müssen. Aufstellung nehmen zum Einlaufen! Hat jeder Musiker seinen Platz? Liegen die Noten parat?

Das Blechbläser-Intro gelingt perfekt, das spielen aber auch die besten aus dem Orchester mit. Ich hatte vor der Pause noch keinen Einsatz, die Aufregung will sich nicht legen. Es präsentieren sich weitere Ensembles, es läuft gut. Pause, Musiker und Publikum mischen sich bei Gesprächen und Essen und Trinken. Das Wetter hält, der Wind hat nachgelassen. Doch die Finger werden plötzlich schwitzig, gleich bin ich dabei! Die Musiker laufen wieder geordnet an ihre Plätze. Jetzt ist es soweit! Ich darf im großen Orchester mitwirken! Ein Traum geht in Erfüllung! Die ersten Töne, klappt doch ganz gut, die Finger tun ihren Dienst. Lächeln, du musst mehr lächeln, gibt mir der Dirigent zu verstehen. Ich bemühe mich, aber vor lauter Konzentration kommen die Falten auf der Stirn zurück. Ups, da war ein falscher Ton dabei! Hat man´s gehört? Was machen die anderen Musiker? Jeder ist konzentriert in seinem Spiel, aber hört auf die Musik aus dem Orchester. Jeder gibt an diesem Abend sein Bestes. Das Klangbild entsteht durch die Malerei der vielen Musiker, keiner ist alleine, zwar hier und da solistisch, aber dann wieder im gemeinsamen Konzert.  Das ist es, was das Musizieren in einer Gruppe so außerordentlich macht. Aufgehoben in der Gemeinschaft, mit Musik die Menschen erfreuen und ein Stück weit mitnehmen in eine andere Welt.

Der Applaus donnert in den Abendhimmel, Zugaben werden geboten, das Publikum wirkt begeistert! Schön, bitte niemals enden! Wollen wir nicht weiterspielen? Es war so schön!

Der Abend klingt unter Sternen aus, ich schlafe selig und hoffe auf eine Wiederholung im Konzert der Musiker.

 

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